Erfahrungen mit FriedWald-Führungen (Jahr 2015)


FriedWald-Führungen sind kostenlos und finden bei FriedWald-Zentren per vorheriger Anmeldung (online oder telefonisch) statt. Für den 10. Oktober 2015 meldete ich meine Frau und mich zu einer solchen Führung bei *FriedWald Lüneburger Heide* an. Da wusste ich noch nicht, dass dieser *Letzte-Ruhestätte-Wald* der einzige in Deutschland in einem Naturschutzpark ist und deswegen einigen wichtigen Besonderheiten folgt, die in weiteren FriedWald-Stätten - trotz analoger Strukturen und Procedere - etwas anders geregelt sind. Ich erhielt eine E-Mail aus Griesheim, dem (Haupt-)Sitz des FriedWald-Unternehmens, zur Bestätigung meiner Anmeldung.

Eine sehr freundliche E-Mail, der ich auch entnehmen konnte, dass uns Interessierte zu Tag und festgelegter Stunde an einem bestimmten Parkplatz eine Kutsche erwartete, um uns zum Ausgangspunkt einer ca. 1,5-stündigen Wanderung durch den FriedWald in Begleitung einer Försterin zu bringen.

Bei bestem Herbstwetter (mit Sonne, aber kalt) klappten für uns Anfahrt und Abholung per Kutsche super. Auch die Försterin stellte sich gleich vor und erläuterte am Beginn unserer "FriedWald-Reise" die wichtigsten Zusammenhänge und Besonderheiten:

Im FriedWald Lüneburger Heide gibt es keine von den vorgeschriebenen Wegen, die man nicht verlassen soll, wahrnehmbaren Hinweise auf als „Letzte Ruhestätten“ zu belegende noch "freie" Bäume. Insgesamt ist dem FriedWald-Unternehmen nur erlaubt (Naturschutzbestimmungen), rechts und links der vorgeschriebenen Wegstrecke, auf einem Streifen von jeweils 10 Metern unter Bäumen, Urnen zu bestatten. Hinweise und Kennzeichnungen befinden sich daher auch nicht an der dem Weg zugewandten Seite der Bäume, sondern an deren rückwärtigen Seite. Es geht darum, dass die Besucher des "FriedWaldes Lüneburger Heide" möglichst auf den Wegen bleiben sollen und nicht durch unbotmäßiges Verhalten die Aufforstung, Fauna und Flora zerstören. Außerdem ist das Sammeln von Pilzen dort nicht erlaubt.

Diese Maßnahmen und Vorschriften sind einleuchtend und wurden uns am Tage der Führung von einer sehr kompetenten, Sicherheit und Ruhe als auch stets freundliche Aufmerksamkeit ausstrahlenden Försterin verständlich erläutert. Die FriedWald-Begleiterin beantwortete ebenso auch all unsere Fragen konkret und umfassend.

Insgesamt gingen wir an dem Tage zu vier Personen durch den FriedWald, obwohl eingangs noch weitere Leute bei uns standen, die aber wiederum wünschten, ihre Tour anders zu laufen, weil es bei ihnen schon konkrete Vorstellungen gab, was sie sich genau ansehen wollten.

Meine Frau und ich nahmen an solcher Führung zum ersten Mal teil, als neugierig Interessierte und außerdem, weil wir gemeinsam die Ansicht vertreten, dass ein "Letzter Ruheplatz" in der Natur für uns später eine gute Option sein wird ... 

Der FriedWald Lüneburger Heide zeichnet sich dadurch aus, dass die Plätze der Ruhestätten also insgesamt alle im Naturschutzpark liegen und sich entlang des Weges erstrecken von Volkmardingen bis (fast) nach Wilsede, dem höchsten Mittelpunkt des Naturschutzparkes (Totengrund, Wilseder Berg).

Unsere Wanderung führte in langsamen Tempo in angemessener Zeit durch die schöne Natur des bunten Herbstes und bot an Informationen ganz viel Wissenswertes zum FriedWald-Unternehmen und dessen angelegenem Hauptgedanken sowie allen Maßnahmen, die durchgeführt werden, bis hin zur Begleitung von Urnenbeisetzungen und auch der von Zeit zu Zeit unvermeidlichen Beforstung des FriedWaldes. Dazu durften wir auch eine (Vorzeige-)Urnenstätte besichtigen und wurden über die unterschiedlichen Baumarten informiert, die als letzte Ruhestätten käuflich erworben werden können sowie über den Umgang mit meist individuellen Wünschen unterschiedlichster Kunden, die sich ferner oder schon naher Tage dort bestatten lassen möchten.

Es gibt folgende Optionen, mit Kreisen von Bekannten, Freunden und Familien, auch Partnern, dort Bäume zu erwerben:

 

Basisplatz, Gemeinschaftsbaum, Familienbaum, Freundschaftsbaum, Partnerbaum und einen „Sternschnuppenbaum“, der eine ganz besondere Bedeutung kennt: Dort ruhen die Urnen verstorbene Kinder, deren Angehörigen/ Eltern das FriedWald-Unternehmen in bestimmten Fällen mit einem kostenlosen Baumplatz entgegenkommt.

 

Unsere Kutsche brachte uns nach allem, was wir sehen durften, wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück. Es ist unbedingt wichtig, dass ich - auch im Namen meiner Frau Steffi Böhme - sowohl der FriedWald-Försterin als auch dem am 10.10.2015 tätigen Kutscher mit seinen zwei braven Pferden danke.

 

Uns beeindruckte diese FriedWald-Wanderung sehr. Dieser FriedWald im Naturschutzpark ist eine Augenweide für Naturfreunde. Die Bedingungen sind uns logisch, bekommen unsere Akzeptanz und - eventuell finden wir gern gelegentlich noch zu einer vertiefenden Wanderführung dahin zurück. Sehr gern dann wieder mit „unserer“ Försterin vom 10.10.2015.

 

Alles andere für „Später“ lässt sich im Hier&Jetzt nicht festschreiben. Aber ich lasse für uns gern hier lesen:

 

Der FriedWald schweigt.

Bäume neigen sich uns zu.

Sie flüstern leise:

Lang ist die Reise

und ewig ist die Ruh`.

 

©Sascha-Kai Böhme

 

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