Je näher Wolfgangs Kutsche der Pausenstation Wilsede kommt, desto schöner wird die Landschaft, die Heideflächen ausgedehnter, anfängliche Sonnenblitzer zu länger anhaltenden Momenten. Sie tauchen die blühende Heidelandschaft in warmes Licht, das die Farben der blühenden Heide vielfältig schattiert leuchten und strahlen lässt.


Mit Klick aufs Bild lassen sich diese Fotos ©skb2014 vergrößern.

 

In diesem Jahr blüht die Heide besonders schön. Kutscher Wolfgang schwärmt seinen Gästen vor ... Es ist nicht in jedem Jahr so. Manchmal liegt es an der Witterung und die Heide blüht nicht, sondern verbrennt, d. h. sie wird vorzeitig braun und unansehnlich. Doch in 2014 ist alles gut. Eine tolle Saison für Touristen und Heidekutscher. Aufgrund der diesjährigen Witterung blüht die Heide satt und sogar ungewöhnlich zeitig. Meist beginnt die Heide ab Mitte August zu blühen, Zeit der Heidblütenfeste mit Krönungszeremonien für Heideköniginnen und zieht sich weit in den September hinein. Heideblüte bereits ab Juli kündet somit auch deren früheres Ende schon an …


Mit Klick aufs Bild lassen sich diese Fotos ©skb2014 vergrößern.

 

Für eine trächtige Heideblüte bedarf es vieler Maßnahmen sachverständiger, engagierter Heidjer, die sehr kooperativ miteinander arbeiten, damit die Erhaltung der Vielfalt und Kraft dieser besonderen Landschaft auch jedes Jahr aufs Neue gelingt. Erheblichen Anteil daran erbringen auch immer die Bienen und Heidschnucken. Es geht um Erhaltung des Pflanzenbestandes, gesundes Wachstum, Befruchtung und Artenvielfalt. Fauna und Flora im ökologischen Gleichgewicht machen gesunde Natur aus.

Auch die Bauern in der Heide kämpfen darum im Wettlauf mit der Zeit und manchmal gegen neue Maßnahmen, z. B. Windkraft- und Biogasanlagen, Feldversuche mit transgenen Pflanzen und Schäden durch trockengelegte Moore. Es ist für alle schwierig, sich pro oder contra zu stellen. Jede Sache kennt vernünftige Argumente, doch hier in der Lüneburger Heide scheinen sie alle gegeneinander zu stehen:

 

Ein Auftrag ist, Pflanzen und Tieren den natürlichen Lebensraum zu erhalten, somit auch dem Menschen. Ein zweiter Auftrag befürwortet zukunftweisende neue Energien und drittens ist da auch noch die ökologische Umweltfürsorge, das Biogas. Verzwickt ist das für alle, die damit berufsverantwortlich umgehen müssen. Lösungsansätze stecken in Projekten ganz verschiedener Art.

 

Unweit des Naturparks Lüneburger Heide beginnt die Region der Geest und Marsch, erstreckt sich zur Elbe und an deren anderes Ufer. Dort liegt das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue … Auch eine sehr reizvolle Landschaft. Interessierte erfahren dort viel über Artenschutz, natürliche Lebensräume, ökologische Bodennutzung und sogar, dass dieses Biosphärenreservat inzwischen ein von der UNESCO unterstütztes Projekt ist. Vielleicht auch deswegen wäre der kleine Ort Wilsede im Naturpark Lüneburger Heide gern auch Teil des Kulturellen Welterbes geworden. Doch das klappte nicht, wie Wolfgang, der Kutscher, erzählt. Schade! Das finden auch seine Mitfahrer. Wilsede bleibt also der großen, weiten Welt weiterhin unbekannter Punkt auf der Landkarte. Es sei denn, anmutig präsentierenden Heideköniginnen der nächsten Jahre gelingt es, weltweites Interesse an ausgerechnet diesem kleinen Punkt zu wecken, des Museums und der alten Traditionen wegen …

 

„Wie lange wollt ihr Pause machen in Wilsede?“ Der Kutscher zurrt die Halfter der Pferde und lässt die Tiere anhalten. Eine Zeitstunde genügt. So groß ist Wilsede nun nicht und der Gast möchte gern auch wiederkommen. Alle streben nur in eine Richtung …

 

Foto ©skb2014
Foto ©skb2014

 

Auf dem kleinen runden Platz vor den paar Häusern in Wilsede stehen noch etliche andere Kutschen, deren Nutzer sich inzwischen die Füße vertreten oder bereits in die örtliche Gastwirtschaft einkehren. Einige verweilen noch bei den Pferden, erhalten von Kutschern Mohrrüben zum Füttern der Tiere. Kutschpferde sind auch etwas Besonderes. Sie müssen eine Menge Regeln kennen und einhalten. Das Wort oder der Ausruf eines Kutschers sind für sie Gesetz. Durchgehende Pferde will keiner, denn solche vertreiben auf Dauer die Gäste. Außerdem kennt jedes Heidekutschpferd seine Wege ganz genau, wie im Schlaf und schlägt gelegentlich schon mal ohne besondere Aufmerksamkeit des Kutschers von allein den richtigen Weg ein. Nicht nur der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“. Das lässt sich hier klar sagen.

 

Foto ©skb2014
Foto ©skb2014

 

Bitte umblättern! HIER klicken.